Welwitschia

Welwitschia

Die Welwitschia Mirabilis ist eine unglaubliche und einmalige Pflanze, die es nur in der Namib-Region gibt. Da sind wir ihr auf unserer Reise im März 2023 begegnet (ich kannte sie schon von meiner ersten Namibiareise) und haben fest über sie gestaunt.

Sie gilt oft als hässliche Pflanze, bei einem zweiten Hinschauen (bei manchen Menschen auch schon beim ersten), offenbart sie aber ihre Schönheit.

Meine Gedanken habe ich wie folgt festgehalten:

Überlebenskünstler
Pflanze, wie keine andere
1000 bis 1500 Jahre alt
Schon mit den Dinosauriern auf der Erde
Sie kennen nur die Namib-Wüste
Abgebildet auf dem Staatswappen Namibias
Entfernte Verwandte der europäischen Nadelbäume
Zapfen wachsen den weiblichen Pflanzen
Bestäubt durch Insekten
Orange Wanzen
Sie sei hässlich, meinen viele
Ihre Schönheit liegt beim zweiten Betrachten
Schöpfen Feuchtigkeit vom dichten Nebel der Morgenstunde
Und durch drei Meter tiefe, weitverzweigte Wurzeln
Unterirdisch ausgebreitet über einen Radius von 15 Meter
Nur zwei Blätter, aber diese mehrere Meter lang
Spalten und winden sich um die Pflanze
Mit einer Wachsschicht, um das Wasser drinnen zu halten
Wie Chamäleons verändern sie die Farbe ihrer Blätter
Rote Pigmente als Sonnenschutz
Grün, um durch die Photosynthese Energie gewinnen zu können
Wüstenblume ab und zu einsam, dann wieder in grossen Gruppen
Manchmal trocken, dann wieder Blütenwunder
Clevere Welwitschia
Jedes Mal ein Staunen wert

Pinkelstop an der Kreuzung

Pinkelstop an der Kreuzung

Unterwegs in Namibia in einem Toyota Hilux mit Dachzelt hatten wir das Privileg, spontan zu entscheiden, in welche Richtung wir fahren, wo wir übernachten und wann wir anhalten wollten. So rief alle paar Kilometer einer von uns "Stopp", weil wir etwas entdeckten, das uns zum Staunen brachte. Bei jedem Stopp griffen wir nach den Kameras (die meistens staubfrei verstaut auf dem Rücksitz im Pelicase lagen) und nahmen uns Zeit und Musse, um in die Situation einzutauchen.

An jenem Tag waren wir auf langen, geraden und einsamen Strassen unterwegs in Richtung Waterberg Plateau und mussten pinkeln. Wir hielten kurz vor einer Kreuzung an und dachten noch so "hier gibt es nicht viel zu staunen". Doch wie es so geht, können wir beim Pinkeln nicht viel mehr tun als uns zu entspannen und die Umgebung wahrzunehmen. 

Je länger wir entspannten, je besser wir hinschauten, desto spannender wurde es.

Kaum hatten wir fertig gepinkelt, hielten wir schon die Kameras in der Hand und staunten und staunten ab der Vielfalt der "kleinen Welt".

Ich versuchte, unser Erlebnis auch mit Worten für die Erinnerung festzuhalten:

Die Kreuzung

Lange gerade Kiesstrasse führt ins T
Einsame Strecken
Keine Häuser, keine Menschen
Wolkenreiche Himmel
Perfektes Licht
Stop kurz vor der Kreuzung
Pinkeln
Oh, was bewegt sich da?
Ein Sommervogel, ein Käfer
Termitenhügel, Ameisen
Farbige Blumen
Die Kameras gezückt
Kleinstaunen
Die Welt der Winzlinge ist spannend
Insekten schimmern in allen Farben
Blüten duften
Knips auf jedem Zentimeter
Je mehr wir schauen, desto mehr sehen wir
Der Pinkelstop dauert
Es ist schön, Zeit zu haben

Unglaublich, was es alles zu entdecken und staunen gibt, wenn wir die kleine Welt genau betrachten.

Dieser süsse, pelzige Falter ist uns vor die Füsse geflogen.

Mehr Bilder vom Kreuzung-Stopp sind in der Fotogalerie zu sehen.