Baby-Kreuzspinnen

Baby-Kreuzspinnen

Gartenkreuzspinnen

Auch sie haben Babys

Auch wenn sie mir unheimlich sind

Mir Gänsehaut verleihen

Auch schon mal ein Zittern

Aber Stecknadelkopf klein im Kokon

Überwintert mit den Geschwistern

In einer Ecke des Fensterrahmens

Die Mutter lang gestorben

Jetzt im Frühling zum Leben erweckt

Sind sie doch irgendwie putzig

Tollen herum

Seilen sich ab und klettern wieder hoch

An fast unsichtbaren Fäden

Scheinen miteinander zu spielen

Elegant und schwebend

Ein spannendes Leben vor sich

Alles schon gelernt

Instinktiv bereit

Faszinierende Achtbeiner

(Einen informativen Bericht über die Kreuzspinnen findest du bei NABU.de.)

 

Frühlingserwachen

Frühlingserwachen

Drinnen wetteifern negative Schlagzeilen
Draussen spriesst der Frühling etwas früh aus der Erde
Die Medienwelt zeigt viel Schwarz und Weiss
Die Blumen präsentieren gewagte Farbnuancen
Grimme Aussichten häufen sich in den Schlagzeilen
Die Bienen saugen hungrig friedlich den Nektar
Beim Frühstück diskutieren wir die kommende Abstimmung
Zwei hübsche Vögel pfeifen im zaghaften Sonnenschein
Barfuss hasten wir in den Garten
Der Winterpullover salopp übergezogen
Kleinstaunen über das Leben der Winzlinge
Und lernen

Wir haben diese Fotos mit den drei Objektiven, dem 50 mm Makro von Pentax, dem 60 mm 2:1 Supermakro von Laowa und dem 25 mm 5:1 Supermakro von Laowa, gemacht. Weitere Bilder aus der Serie mit Beschreibungen findest du im Blogbeitrag Supermakro Welt.

Glück im Mantel

Glück im Mantel

Glück

Manchmal klopfst du ganz leise an
Trägst einen roten Mantel mit schwarzen Tupfen
Kriechst über die Blätter des Olivenbaums,
der im Vorraum überwintert

Glück

Ich schau dich an und frage mich
Was wäre, wenn du deinen Mantel ausziehn' würdest
Was wäre, wenn du keine Tupfen hättest
Würdest du mir das gleiche Lächeln zaubern

Glück

Manchmal scheinst du winzig klein
Und wartest in der Stille unscheinbar
Reglos und unspektakulär
Doch wenn meine Augen dich erblicken
Tanzen sie in tiefer Aufregung

Glück

Heute hast du mir viel Freude bereitet
Mich an Wunder glauben lassen
Mir alle Gedankenhürden weggefegt
Mit einem Flügelschlag
Mit einem angeknabberten Blatt

Glück

Öffne deinen roten Mantel
Spreize deine Flügel
Zeig mir was dahinter steckt
Lass mich meine eigenen Gedankenkonstrukte sehen

Glück

Kleiner Käfer, ich lass dich gehen
Ich danke dir für einen wundervollen Tag
Du bist jederzeit willkommen
Glück möge auch dich begleiten
Ein Lächeln schenk ich dir immer

Kleinstaunen und Reisen

Kleinstaunen und Reisen

Im Winter 2012 war es bereits mehr als ein Jahr her, seit wir von einer mehrjährigen Reise zurückgekehrt waren. Die Redaktion des Globetrotter-Magazins fragte mich damals an, ob ich für ihre 100. Ausgabe ein paar Worte zum Thema "Was ist das Wichtigste beim Reisen" schreiben würde.

Ich hatte während Jahren Reiseberichte und recherchierte Artikel im Globetrotter-Magazin veröffentlichen dürfen und fühlte mich geehrt, auch in der 100. Ausgabe mitwirken zu können. Ebenso eine Freude war es, dass mein Beitrag gleich neben dem von Mona Vetsch erschien.

Heute möchte ich auf Kleinstaunen.ch einen Ausschnitt meiner Worte veröffentlichen, denn diese haben, meiner Meinung nach, nach wie vor eine grosse Gültigkeit.

Irgendwann, im Verlaufe der Zeit, durchs älter werden oder dank wunderbaren Erfahrungen, begannen wir uns zu verlangsamen. Nach Jahren unterwegs war Reisen zum Leben geworden, und als ich mich fragte, ob deshalb das Leben nach der Reise vorbei sein würde, begriff ich endlich: Reisen ist Leben, so wie auch das Leben eine Reise ist. Die zwei liessen sich kaum trennen. Und die Reise würde immer weitergehen, egal, ob wir uns dazu äusserlich bewegen oder nicht. Solange unser Geist offen bleibt, unsere Herzen voller Liebe für die Erde und ihre Lebewesen sind und wir aufmerksam von unseren Fehlern und Mitmenschen lernen, reisen wir. Manchmal nach innen, manchmal nach aussen.

...

Solange unsere Träume ihren Farbenreichtum behalten, solange wir uns bemühen, im Reisealltag wie auch im Arbeitstrott spontan zu bleiben und den Moment zu geniessen, solange wir fremde Menschen und Sitten daheim genau so schätzen wie im Ausland, solange wir die Schönheit der Welt auch vor der eigenen Haustüre bemerken, solange, so wurde mir klar, ist das Leben zu Hause eine der spannendsten Reisen überhaupt.

Uns war dieser Magazin-Artikel erst vor Kurzem wieder in die Hände gekommen. Der Satz mit der "Schönheit der Welt vor der Haustüre bemerken" brachte uns zum Schmunzeln. Denn genau um das ging es uns bei Kleinstaunen. Wir staunen über winzige Details vor der Haustüre ebenso wie über den grossen Leoparden in Namibia.

Und um dies zu feiern, teilen wir gern diese Supermakroaufnahmen aus einem Blumentopf, die jetzt im Winter vor unserer Haustüre entstanden sind (und dem Ausgleich halber auch noch den Leoparden in Namibia). Staunen wir gemeinsam.

Licht

Licht

Licht
Ein helleres Weiss.
Aus sich heraus kraftvoll.
Ein starker Druck wie eine Welle.
Beginnend im Bauch breitest du dich aus.
Du schüttelst meinen kleinen Körper.
Doch du erschöpfst mich nicht.
Im Gegenteil. Du machst Energien frei.
Die bis in den Himmel ragen. 
Sich heilend um die Erde legen. 
Verbindend mit den Wurzeln aller Lebewesen.
Licht
Du strahlst wie ein Kinderlachen.
Berührst mein Herz mit Liebe.
Und lässt es überfluten in wohliger Grosszügigkeit.
Du machst alles wieder gut. 
Bringst Klarheit in die dunkelste Ecke.
Erlaubst den Müden eine Pause. 
Du rüttelst die grössten Zweifler wach.
Licht
Du vollbringst Wunder. Bewegst das Starre. 
Gibst den Blumen ihre Farben. Du brennst ohne ermüden. Und kommst, wenn ich dich brauche.
Du gibst, je mehr ich gebe.
Machst Hoffnung in der Dunkelheit. Scheinst den Weg der Wege.
Bis zum Ende und hinaus.
Licht
Du bist mein Leben. Wenn die Achtsamkeit verweilt. Das Bewusstsein fliesst. Und die Liebe ruft. Ich kann dich nicht verstecken.
Möge die ganze Welt dich sehen.
Du bist fragil und doch so stark. Lässt dich nicht festhalten. Aber bleibst freiwillig da.
Licht
Du bist mehr als genug um mit anderen zu teilen.
Bringst Kraft und Stärke. Zauberst Lächeln. 
Licht
Ich bin dir gern die Laterne. Gebe dir das Gefäss für dein Leuchten. Leichtigkeit und Musse. Danke. 

Innehalten – aushalten

Innehalten – aushalten

Innehalten

Die Schnecke dabei beobachten, wie sie über Hindernisse kriecht.
Die Bienen ihren Nektar aus den Blüten saugen.
Der fröhliche Baum in Stille ruft,
komm und berühre meine raue Rinde,
verweile einen Moment bei mir.
Innehalten
Rechts und links wiegen,
bis der Körper in der Mitte einpendelt.
Vorne und hinten, bis das Zentriert sein Ruhe bringt.
Das Auge gibt dem Sturm seine Kraft,
die Bewegungslosigkeit lässt den Wirbel aushalten.
Innehalten
Um sich selbst zu hören.
Seine Gedanken zu sortieren.
Neue Impulse zu erkennen.
Muster zu verstehen.
Innehalten
Weil eine Pause neuen Atem gibt.
Weil in der Ruhe Kraft liegt.
Die Seele sich zeigt,
wenn es am stillsten ist und
auch Stillstand ein Fortschritt sein kann.
Innehalten

Aushalten

Nicht immer gleich das bekommen, was ich will.
Nicht immer dabei sein.
Den anderen etwas gönnen, was ich nicht haben kann.
Aushalten.
Dass es Schmerz gibt. 
Dass es manchmal traurig ist. 
Dass auch Regentage lang sein können.
Etwas sagen, was nicht gern gehört wird.
Aushalten.
Auch wenn es anderen nicht gut geht. Manchmal helfe ich mehr in Akzeptanz anstatt Action.
Aushalten.
Wenn ich nicht willkommen bin.
Dass mich nicht jeder mag.
Dass ich nicht alles ändern kann.
Und nicht alles bleiben kann, wie es ist.
Aushalten.
Wenn sich die Welt zu schnell dreht. Aushalten.
Wenn sie stehen bleibt.
Aushalten.
Auch loslassen ist wichtig.
Nicht alles hat einen Abschluss.
Nicht alles hat eine Erklärung.
Aushalten.
Dass es Böses gibt.
Dass ich nur meins beeinflussen kann. Nicht deins.
Aushalten.
Dass das Leben einen Plan hat.
Dass Geburt und Tod dazu gehören.
Dass Gefühle weder gut noch schlecht sind.
Aushalten.
Will kultiviert und geübt werden.
Es ist Leben.