Dank den engagierten Frauen des Ornithologie-Grundkurses wurden wir auf die frisch geschlüpften Graureiher-Babys mitten in Regensdorf aufmerksam. Denn mal ehrlich:
Wir wären an diesen hohen Bäumen vorbeigefahren, ohne je zu ahnen, dass da oben gerade ein kleines Wunder geschieht.
Wobei... wer die Ohren offen hält, die Kinderstube kaum verpassen kann. Die Graureiher-Kolonie ist während der Fütterungszeit alles andere als leise.
In Regensdorf gibt es ein kleines Wäldchen mit ein paar hohen Bäumen, wo schon seit vielen Jahren jedes Jahr eine Graureiher-Kolonie zurückkommt und ihre Jungen aufzieht. In jedem Nest schlüpfen zwischen 3 und 5 Babys aus hellblau-grünen Eiern.
Neben den Nestern hält ein weiterer Graureiher (früher auch Fischreiher genannt) Ausschau. Da Weibchen und Männchen gleich aussehen, lässt sich für das ungeschulte Auge nicht sagen, ob ein Elternteil Wache schiebt oder ob vielleicht sogar ein Jungtier, das im ersten Jahr noch nicht geschlechtsreif ist, auf die Babys aufpasst, während die Eltern Futter besorgen.
Beide Elternteile übernehmen das Brüten und das Füttern der Jungen abwechselnd. Es ist harte Arbeit. Sie fliegen mehrere Kilometer, um kleine Fische, Frösche, Insekten oder andere Kleintiere zu besorgen. Die Graureiher, die in Regensdorf brüten, fliegen dafür vermutlich zum Katzensee. Zwischendurch gönnen sie sich eine wohlverdiente Pause.
Zweimal beobachten wir die Graureiher-Nester während mehr als einer Stunde. Die Eltern kommen und gehen und wechseln sich ab. Typisch für Graureiher ist übrigens, dass sie beim Fliegen den Hals einziehen.
Als wir zum ersten Mal eines der Küken erblicken, stockt uns vor lauter «Jöh» der Atem. Da sitzen doch tatsächlich drei kleine Gonzos aus der Muppet Show. Oder wurde Gonzos Aussehen etwa von Graureiher-Jungtieren inspiriert?
Auf der Website der Vogelwarte Sempach und beim Kindernetz gibt es spannendes Wissen zu diesen Tieren. So brüten Graureiher nur einmal pro Jahr, und die Jungen sind nach rund 50 Tagen flugfähig. Mit 1,5 bis 2 kg sind sie trotz ihrer Grösse relativ leicht. Nach den Störchen sind sie die zweitgrössten einheimischen Vögel. Die Tiere werden 20 bis 30 Jahre alt.
Nicht nur die Küken sehen herzig aus, auch die Eltern. Die zwei schwarzen Schmuckfedern am Kopf stehen wie beim Haarstil eines Punks ab. Dazu haben Graureiher die besondere Fähigkeit, die Augen so zu drehen, dass sie wie wir geradeaus schauen können. Die meisten anderen Vögel müssen dafür den Kopf drehen.
Auch ein Rotmilan beobachtet die Graureiher-Kolonie mit viel Interesse. Was er wohl im Schilde führt?

























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